Einsatz für Frieden im Nahen Osten: Auszeichnung für Anette Klasing vom Bremer Lidice-Haus

Anette Klasing arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Bildungsreferentin in der Jugend- und Erwachsenenbildungsstätte Lidice-Haus in Bremen. Jetzt ist sie im Bundesland Bremen als „Frau des Jahres“ ausgezeichnet worden. Das bundesweit renommierte Lidice-Haus ist seit Jahren der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste freundschaftlich verbunden.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. gehört zu den Gesellschaftern des Hauses. Bereits der Name der Bildungsstätte stellt eine Verbindung zu ASF her. Als Rache für das Attentat auf Reinhard Heydrich sollten Ort und Einwohner von der deutschen Schutzpolizei vernichtet werden. In Lidice, 22 Kilometer westlich von Prag, wurden 1942 fast alle männlichen Einwohner ermordet, 181 Männer im Alter über 15 Jahre. 195 Frauen wurden in das KZ Ravensbrück deportiert. 98 Kinder wurden an verschiedene Orte verschleppt und der Ort Lidice niedergebrannt. Das Lidice-Haus wurde zum Gedenken an den Ort, seine Einwohner und Einwohnerinnen und an die Tat nach Lidice benannt. Seit fast 30 Jahren wird in der Bildungsstätte vorwiegend an den Themen Rechtspopulismus, Rassismus und Gewalt gearbeitet. Auch Aktion Sühnezeichen Friedensdienste veranstaltet regelmäßig Seminare im Lidice-Haus, wie zum Beispiel mehrmals das Treffen der Regionalgruppensprecher_innen.

Anette Klasing engagiert sich seit den 90er Jahren für Frieden im Nahen Osten und für Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern. Vor allem sind es israelische, palästinensische und auch deutsche Jugendliche, die sie durch Austauschprogramme, Seminare und andere Projekte zusammen bringt. Aber auch mit Frauengruppen steht sie im Kontakt. Ihre Auszeichnung hat sie den 1.000 jüdischen und palästinensischen Frauen gewidmet, die kurz zuvor an einem Checkpoint bei Ramallah für Frieden und ein Ende der Besatzung demonstriert hatten. 40 Frauen wurden dabei von Gummigeschossen verletzt, wie Anette Klasing erzählt. Die Frauen würden weiter machen. Dafür würden sie bespuckt und beschimpft, aber sie ließen sich nicht entmutigen.

Anette Klasing macht sich nicht die Illusion, dass die Lage schnell zu ändern sei. Aber die Begegnungen würden helfen, langfristig ein anderes Bewusstsein zu schaffen und Ressentiments abzubauen. Und sie helfen, die durch Konflikte versperrten Blicke auf die politischen Verhältnisse zu richten. Ihre Arbeit, das Engagement der Frauen und die Begegnungen der Jugendlichen sollen dazu beitragen, einer besseren Zukunft den Weg zu ebnen.

Wir gratulieren Anette Klasing zu der Auszeichnung „Frau des Jahres“.

Informationen zum Lidice-Haus in Bremen und seine Angebote bekommt man im Internet unter lidicehaus.de. Gruppenbuchungen sind möglich und erwünscht.

Klaus Krancke

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