Trauerworte von Rabbinerin Sara Paasche Orlow

Ich werde mit Ihnen meine Gedanken und Ideen teilen - auch mitgebracht von meinem Vater, Gottfried, und meinem Bruder, Franz.

Dass ich hier vor Ihnen stehe, eine Großnichte von Franz, eine geborene Jüdin, eine Rabbinerin, ist kein Zufall. Franz hat uns öfter in America und Canada besucht. Seine Reise 1948, zum studieren und auch seine Schwester, Maria Therese, endlich nach 14  Jahren wiederzusehen, war der Anfang seiner Beziehung zu meinem Vater und später mit unserer Familie.

1960 hat Franz in Berlin meine Eltern, Gottfried Paasche und Carol Levine, getraut. Das Kirchlich zustande zu bringen war damals nicht leicht - er hat es geschafft in einer Weise, in der meine Mutter als Jüdin sich wohl fühlte.

Als ich Kind war, und Franz uns wiedermal in America besuchte, war es zufällig Ostern - mein Vater wollte das nutzen, um uns Kindern etwas über Ostern beizubringen. Zu seiner Verwunderung hat Franz sich geweigert es zu tun. Er würde nicht eine Jüdische Frau und ihre Jüdischen Kindern in ein christliches Ritual einführen.

Heute hat Franz drei Großnichten und Neffen, die unter dem Baldachin geheiratet haben und sechs Urgroßnichten und Neffen die Bar und Bat Mitzva gefeiert haben. Für mich wurde Franz ein Teil meines Lebens, er war  bei meiner Hochzeit da und auch zu jüdischen Feiertagen.

Keiner in unserer Familie wird es je vergessen als er mal an einer der Bat Mitzva erklärte, “Wir sind alle Juden!”. Er hatte keinen Zweifel, dass das Christentum mit dem Judentum so verbunden ist, das wir alle wirklich eine Mischpoke sind! Franz hat uns geholfen eine multi - Glauben, und multi - kulturelle Familie zu sein, vertieft durch die Lebenswege unserer Vorahnen Hammerstein und Paasche.

In vieler Weise hat er uns bereichert, und geholfen menschlicher und vollkommener zu Leben und ist uns Vorbild geworden. Unsere Familiengeschichte ist nur eins von vielen! Franz hat eine große Gemeinde von Bekannten, Freunden und Familienmitgliedern geschaffen.

Es gab seine Aktion Sühnezeichen Reisen in die USA, nach England, Griechenland, Frankreich, sogar Israel, wo schon meine Grosseltern Paasche 1935 wahren, und später Polen and die anderen Östlichen Länder.

Überall hat er Verbindungen angeknüpft, die er sorgfältig pflegte - Hotels benützte er selten. Seine Vision führte ihn dorthin, wo andere es selten zu gehen wagten; sein Weg war subversiv und unkonventionell. Subversion war ihm Lebensart und Wegweiser.  Das führte ihn zu den Außenseitern der Geschichte: Deserteure im Zweiten Weltkrieg.... Russische  Kriegsgefangene, Polnische Zwangsarbeiter...

Er hat sich mit ihnen identifiziert. Er wollte einer von Ihnen sein. Sie haben seine Echtheit gespürt, und haben ihn Willkommen geheißen. Franz´ Gemeinde - die immer grösser  wurde - war ach, zum Beispiel - groß genug für die Israeli/Jüdischen Hammersteins - die für ihn als engste Familie galten.

Mein Vater schrieb: “Es ist mir schwer in einer Welt zu Leben ohne Franz,” Und auch, “Er war eine Kontinuität des Lebens und Strebens  meiner Mutter und ihre Schwestern. Er hat vieles von ihnen in seiner eigenen Weise und für seine Zeit, weiter gelebt und weiter geführt.”

Mir hat Franz gezeigt, dass man ein Pfarrer und Theologe sein kann, ohne konventionell zu leben; aus seinem Glauben wirken kann, und aus biblischer Ethik, den Fremden mit Freundlichkeit und Treue zu begrüssen, zu bewirten; und damit die Reparatur der Welt zu fördern.

INTRO TO EL MALEI

Ich werde das traditionelle Jüdische Gebet des Andenkens singen.

Rabbinerin Sara Paasche Orlow, Großnichte von Franz von Hammerstein

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